Naturpigmente hautnah – Besuch einer französischen Pigmentmühle

Für die vielen Farbtöne, die wir für die Farbmischungen unserer Mineralputze brauchen, sind wir immer auf der Suche nach hochwertigen Naturpigmenten. Natürliche Pigmente werden nach alter Tradition aus Erden, Mineralien, Steinen, Kreiden, sogar aus Halbedelsteinen wie Lapizlazuli gewonnen.

Auch Tiere sorgten für außergewöhnliche Farbpigmente: Purpur wurde aus Schneckenschleim, Schwarz aus Elfenbein, Karminrot aus der Schildlaus gewonnen. Mit der Herstellung von synthetischen Pigmenten hat sich viel verändert und Schnecken und Läuse und zum Glück Elefanten werden dafür nicht mehr benötigt.

Doch mineralische, natürliche Erden und Ockren sind nach wie vor die Grundlage für das Mischen unsere Putz-Farbtöne, da sie eine wunderschöne harmonische  Farbstimmung ergeben, die dein Zuhause auf wohligste Weise verändern.

In diesem Sinne haben wir (Reino, Fee und ich) letzte Woche die älteste Pigmentmühle Frankreichs in den Ardennen besucht, die dort seit 1866 besteht. Die Moulin à Couleurs ist heute die letzte Fabrik von Farberden in Frankreich, sie vertreibt nahezu 80 verschiedene Pigmente. Der sehr sympathische Inhaber in 4. Generation, Emmanuel Poix, hat sich gerne Zeit genommen um uns durch seine kleine Fabrik zu führen.

Zu Besuch in der Pigmentmühle in den Ardennen
Zu Besuch in der Pigmentmühle in den Ardennen
Die getrockneten Pigmentblöcke
die Erdbrocken, wir sie aus dem Steinbruch kommen
die lehmhaltige Erde aus dem Steinbruch, der Rest für dieses Frühjahr.

Wieder einmal habe ich gedacht: was haben wir für einen tollen Beruf, mit dem man so viel Schönes und Interessantes erleben kann. Die Luft flirrt gelblich wie Feenstaub, du läufst auf gelber Erde (ich hatte zufällig die passenden Klamotten an) und du atmest die jahrtausende alte Tradition der Farbherstellung. Es lebe das spannenden traditionsreiche und immer wieder neue Handwerk!

Auch bei Emmanuel spürt man die Leidenschaft, die er für seine Farben und Pigmenten empfindet. Voller Stolz zeigt er uns die Wagenladungen Erde, die er aus dem nahen Steinbruch geholt hat. Jetzt war Ende der Saison, daher war nicht mehr ganz so viel auf Lager. Wenn es im Frühsommer mal drei Wochen warm und trocken ist holt er die neue Ware für dieses Jahr.

Der uralte Ofen

Doch auch mit dem jetzigen Bestand taucht man in eine Farbenpracht ein und  riecht die Erde, den Sommer, die Mineralität. Ich wünschte, man hätte mit seinem Smartphone eine „Duftaufnahme“ machen können. Kann das nicht mal jemand erfinden? Diese Erde, aus der seit jahrtausenden Farbpigmente hergestellt werden, erfüllt mich mit Ehrfurcht. Dass wir die gleichen Materialien verwenden, mit denen schon die Höhlen von Lascaux 16.000 vor Chr. bemalt wurden ist einfach eine irre und schöne Vorstellung.

Aber zurück zur Mühle. Die lehmhaltigen Erden kommt aus dem Steinbruch um die Ecke, aus der Champagne oder aus dem Burgund.  Die Erde wird nun, je nachdem welcher Farbton gewünscht wird, bei 200 Grad getrocknet (dabei ensteht das ockerige Terre de Siene) oder heiss gebrannt. Durch den hochen Eisenoxydanteil entsteht aus der ockergelben Erde beim Brennen um 700 Grad ein wunderschönes mattes Rot.

die Zerkleinerungsmaschine
ein USA Truck, der irgendwie mal dort liegengeblieben ist
meine Schuhe passten perfekt 🙂
Hier wird verpackt

Der wichtigste Schritt ist dann die Zerkleinerung, um ein Pigment mit einer möglichst feinen Körnung  zu erhalten. Dieser Schritt wird in den Zerkleinerungs-maschinen durchgeführt, die eine konstante und optimale Korngröße gewährleistet. Je feiner das Pigment, desto besser mischt es sich unter den Putz.

Durch Mischungen verschiedener Pigmente enstehen dann eine große Auswahl an Gelb, Ocker, Rottöne sowie Umbren in all seinen Grün/Braun/Grau Schattierungen. Diese Fabrikation so hautnah zu erleben war ein großartiges Geschenk, man kommt sich wirklich vor wie vor 150 Jahren, da die alten Maschinen, der Ofen und die Mühlen zumindest äußerlich noch genau die Selben sind. Nur die Verschleißteile werden erneutert.

während gepackt wurde eine kleine Promenade mit unseren Doggys

Zurück in seinem Büro haben wir unsere Farbkollektion mit seinen Pigmenten abgeglichen um zu sehen, welche wir benötigen. Das Ergebnis war ein randvolles Auto inkl. Dachkoffer, so dass nur noch Platz für unsere drei Hunde, uns sowie für ein paar Flaschen Champagner blieb.

Und wenn ihr demnächst Mineralputz bestellt wisst ihr, wo die Farbpigmente herkommen. Das ist doch ein tolles Gefühl, oder? In unserem Farbenonlineshop findet ihr alle Infos, wie ihr euer Zuhause auch selber wunderschön verWANDeln könnt.

Wir sind auf jeden Fall sehr beschwingt nach Hause gefahren und freuen uns sehr über diesen netten Kontakt.

Wenn ihr mehr über die wohngesunde Wandgestaltung mit Putz lesen wollt schaut doch mal in diesen Beitrag: Natürlich Wandgestaltung mit Mineralputz

Bei allen Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Mittwochs nachmittags gibt es immer unsere kostenfreie Beratung zum Colorful Wednesday oder natürlich jederzeit online unsere Farbberatung für Wohnräume, Bäder oder Fassaden.

Ganz herzliche Grüße von eurer Malermeisterin

Ursula Kohlmann

PS: Es ist fast vollbracht! Alle Drehs zu unseren Verarbeitungsvideos für Mineralputz und Beton Ciré sind fertig. Jetzt muss nur noch geschnitten und vertont werden, dann können sie online gehen 🙂

 

 

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